EU-Entwaldungsverordnung – alles Wichtige zur EUDR

Inhaltsverzeichnis

Was ist die EU-Entwaldungsverordnung?

Die EU-Entwaldungsverordnung (EU Deforestation Regulation, kurz EUDR) ist eine wegweisende Regelung der Europäischen Union, die Unternehmen in die Verantwortung nimmt, ihre Lieferketten frei von Entwaldung zu gestalten. Ziel ist es, den Import und Verkauf von Produkten zu verhindern, die mit Entwaldung oder der Schädigung von Wäldern in Verbindung stehen. Mit dieser Verordnung setzt die EU ein starkes Signal für den globalen Klimaschutz und die Erhaltung der Biodiversität.

Die Verordnung betrifft grundsätzlich große Unternehmen ebenso wie kleine und mittelständische Betriebe (SMEs) – und zwar dann, wenn sie Produkte herstellen oder handeln, die Rohstoffe wie Holz, Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee oder Rindfleisch enthalten. Die EUDR verlangt von Unternehmen den Nachweis, dass diese Rohstoffe nicht auf entwaldeten Flächen produziert wurden.

Für wen gilt die EU-Entwaldungsverordnung?

Die Entwaldungsverordnung richtet sich an Unternehmen, die in der EU Produkte verkaufen oder importieren, welche mit Entwaldung in Verbindung gebracht werden können:

  • Produzenten und Händler, die Rohstoffe wie Holz, Palmöl, Kakao oder Kaffee verarbeiten
  • Importeure und Exporteure dieser Rohstoffe oder ihrer Produkte
  • Unternehmen, die Produkte wie Möbel, Lebensmittel oder Kosmetika verkaufen, die solche Rohstoffe enthalten


Die EUDR unterscheidet zwischen „großen Unternehmen“ und „kleinen sowie mittleren Unternehmen“, wobei die Anforderungen je nach Unternehmensgröße variieren. Wichtig ist, dass auch kleine und mittelständische Unternehmen (SMEs), die oft Teil komplexer Lieferketten sind, den Anforderungen gerecht werden müssen. Sie werden jedoch in bestimmten Bereichen, wie den Berichtspflichten, entlastet.

Wann tritt die EU-Entwaldungsverordnung in Kraft?

Die EUDR wurde am 16. Mai 2023 verabschiedet und tritt ab dem 30. Dezember 2024 vollständig in Kraft. Unternehmen haben somit bis zu diesem Datum Zeit, ihre Lieferketten anzupassen und die geforderten Nachweise zu erbringen. Ab dem Jahr 2025 werden Verstöße gegen die Verordnung mit empfindlichen Strafen geahndet.

Kernanforderungen der Entwaldungsverordnung

Die EU-Entwaldungsverordnung verpflichtet Unternehmen, Sorgfaltspflichten (Due Diligence) in Bezug auf ihre Lieferketten umzusetzen. Dies umfasst folgende Schritte:

Unternehmen müssen ihre Lieferketten auf potenzielle Risiken in Bezug auf Entwaldung prüfen.

Der Ursprung der Rohstoffe muss dokumentiert und bewiesen werden. Beispielsweise können geographische Koordinaten von Anbauflächen gefordert werden.

Unternehmen sind verpflichtet, regelmäßig Berichte über ihre Lieferketten und Maßnahmen zur Vermeidung von Entwaldung vorzulegen.

Nationale Behörden überwachen die Einhaltung der Verordnung und führen stichprobenartige Kontrollen durch.

Auswirkungen der EUDR auf kleine und mittelständische Unternehmen (SMEs)

Für viele SMEs stellt die Umsetzung der EUDR eine große Herausforderung dar. Sie verfügen oft über begrenzte Ressourcen und weniger spezialisierte Fachkräfte im Bereich Compliance. Dennoch müssen auch sie sicherstellen, dass ihre Produkte nicht aus entwaldungsbedingten Rohstoffen stammen.

Potenzielle Herausforderungen für SMEs

  • Kosten: Die Überprüfung von Lieferketten und der Aufbau von Monitoring-Systemen können hohe Kosten verursachen.
  • Komplexität der Nachverfolgbarkeit: SMEs, die von mehreren Zwischenhändlern abhängig sind, müssen die Herkunft der Rohstoffe häufig durch Dritte bestätigen lassen.
  • Strafen bei Verstößen: Verstöße gegen die Verordnung können zu hohen Geldstrafen führen, was insbesondere für kleine Unternehmen ein finanzielles Risiko darstellt.

Unterstützung für SMEs

Die EU plant, speziell für kleine und mittlere Unternehmen Unterstützung bereitzustellen. Diese umfasst:

  • Leitlinien zur Einhaltung der Vorschriften
  • Finanzielle Hilfen für die Implementierung von Due-Diligence-Systemen
  • Kooperationen mit Branchenverbänden, um den Wissensaufbau zu fördern

Chancen und Vorteile der EU-Entwaldungsverordnung

Trotz der Herausforderungen bietet die EUDR auch Chancen, insbesondere für Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen und nachhaltige Geschäftspraktiken implementieren:

Handlungsbedarf für Unternehmen

Die EU-Entwaldungsverordnung ist ein entscheidender Schritt im Kampf gegen Entwaldung und für den Klimaschutz. Für Unternehmen, insbesondere SMEs, bedeutet dies jedoch, ihre Lieferketten kritisch zu hinterfragen und umfassende Nachweise zu erbringen. Zwar ist die Umsetzung mit Aufwand verbunden, doch bietet sie zugleich die Möglichkeit, nachhaltige Standards zu setzen und langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie alle Anforderungen der Verordnung erfüllen, um Strafen zu vermeiden. Investitionen in Compliance-Systeme und Schulungen können dabei langfristig Kosten sparen und die Marktposition stärken.

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