- Der Finanzsektor wurde als erstes ESG-reguliert.
- Banken entscheiden auch anhand von ESG-Kriterien, welche Unternehmen als zukunftsfähig eingestuft werden.
- Institutionelle und private Investoren erwarten nachhaltige Finanzprodukte.
- Für Banken selbst sind die Kriterien aller ESG-Bereiche bindend.
- ESG-konforme Unternehmen bekommen leichter Kredite.
- Vorteile für die Banken entstehen u. a. durch bessere Reputation und neue Kundenklientel aufgrund von nachhaltigen Investitionen, vereinfachtem Risikomanagement, Digitalisierung und Kosteneinsparungen.
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Inhaltsverzeichnis
Wie beeinflussen ESG-Kriterien die Geschäftspraktiken von Banken?
Der Finanzsektor war einer der ersten, der sich mit strengen Regularien in den ESG-Bereichen Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) konfrontiert sah. Schließlich spielt die Branche eine Schlüsselrolle für die nachhaltige Transformation der gesamten Wirtschaft in der EU. Doch was bedeutet das konkret für Banken und Sparkassen?
Welche Bedeutung hat ESG für Banken und den Finanzsektor?
Das Jahr 2021 war ein „Game Changer“ für den gesamten Finanzsektor. Drei zukunftsweisende Meilensteine erfordern seitdem eine bislang ungeahnte Transformationsbereitschaft in Richtung Nachhaltigkeit:
- UN-Abkommen zu den sogenannten Sustainable Development Goals (SDG),
- Verpflichtung von rund 190 Staaten im Rahmen des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen
- und der European Green Deal, mit dem die EU-Klimaneutralität bis 2050 erreicht werden soll.
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Es sind die Banken, die als Finanzierer entscheiden, welchen Firmen sie Kapital bereitstellen und welchen nicht.
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Klar definierte ESG-Kriterien und eine transparente Nachhaltigkeitsstrategie seitens der Unternehmen spielen inzwischen eine entscheidende Rolle, ob unternehmerische Vorhaben als zukunftsfähig eingestuft werden oder nicht.
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Erleichtert wird den Banken diese Einstufung durch die festgelegten Standards der EU-Taxonomie.
Darüber hinaus interessieren sich auch private Investoren verstärkt für ESG-Investing, das sogenannte „enkeltaugliche“ Investieren in seriöse Unternehmen, Organisationen oder Länder, die definierte ESG-Aspekte nachprüfbar erfüllen. Entsprechend wird von den Banken erwartet, zukunftsträchtige Branchen zu fördern und nachhaltige Finanzprodukte zu entwickeln.
Wie können Banken ESG in ihr Geschäft integrieren?
Environmental Banking
Das umfasst etwa Aspekte wie die Integration von Klimarisiken in das eigene Risikomanagement; die CO2 Kompensation; der CO2-Fußabdruck von Investment-Portfolios; Öko-Kredite und -Darlehen; Ausschlusskriterien (z. B. Kohleabbau); Green Bonds und natürlich die Vermeidung von Greenwashing.
Social Banking
Dazu gehören ESG-Kriterien wie die Förderung lokaler Gemeinschaften; die Einhaltung arbeitsrechtlicher Standards; Social Impact Investment; Social Bonds; Chancengleichheit; Mikrofinanzierungen; Verringerung sozialer Ungleichheiten; finanzielle Inklusion oder auch die Unterstützung von Social Entrepreneurs.
Governance in Banking
Umfasst zum Beispiel die Absicherung von „Whistleblowern“; die Korruptions- und Bestechungsverhinderung; Anti-Geldwäsche-Richtlinien; Datenschutz; Diversität in Vorstand und Aufsichtsrat sowie unter den Mitarbeitenden oder auch die konsequente Transparenz und Offenlegung aller relevanten Daten und Fakten.
Welche Vorteile bietet ESG für Banken und die Finanzbranche?
Abgesehen von den enormen Pflichten, die der gesamte Finanzsektor bezüglich der Implementierung von ESG in seine Geschäftsprozesse hat, ergeben sich daraus auch zahlreiche Chancen. Einerseits wird ökologische und soziale Verantwortung übernommen und anderseits kann somit langfristige finanzielle Stabilität gesichert werden. Banken können so beispielsweise durch ein umfangreiches Angebot an glaubhaft nachhaltigen Investment-Produkten neue nachhaltigkeitsaffine Kunden(-Gruppen) erschließen, Bestandskunden sichern und sich gleichzeitig Wettbewerbsvorteile sichern. Das steigert auch ihre Attraktivität für institutionelle Investoren.
Darüber hinaus erleichtern es klare ESG-Kriterien den Banken, Themen wie Umwelt- und soziale Risiken in ihre Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Potenzielle Finanzierungsrisiken lassen sich damit deutlich früher identifizieren.
ESG wirkt sich in allen Bereichen einer Bank aus. Damit alle Abteilungen davon gleichermaßen profitieren, können die Weiterentwicklung und Flexibilität der IT mit vielseitigen Digitalisierungsmaßnahmen enorme Vorteile bringen. Damit alle ESG-Themenfelder ganzheitlich und in Bezug aufeinander realisiert werden können, bedarf es einer modernen Datenverarbeitung und eines laufenden Monitorings – immer mit dem Ziel der smarten Zusammenarbeit aller Akteure in den Banken.
Was zunächst mit Investitionen verbunden ist, kann langfristig zu enormen Kosteneinsparungen in den Banken führen, z. B. bei den Betriebskosten durch die effizientere Nutzung der Ressourcen und den Einsatz umweltfreundlicher Technologien. Zudem sind die Banken mit der akribischen Einhaltung sämtlicher Vorschriften auch rechtlich auf der sicheren Seite.
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