Wie funktioniert CO2-Kompensation für Unternehmen?

Inhaltsverzeichnis

Warum sollten Emissionen kompensiert werden?

Für das Klima ist nicht entscheidend, wo auf der Welt Emissionen entstehen und wo sie eingespart werden. Deshalb gilt für viele Unternehmen die CO2-Kompensation und damit die finanzielle Unterstützung weltweiter Klimaprojekte als probates Mittel für aktiven Klimaschutz. Doch worauf ist zu achten, damit der CO2-Ausgleich von Unternehmen nicht als Greenwashing wahrgenommen wird?

Es wird immer offensichtlicher: Die ehrgeizigen (und unerlässlichen) Klimaziele des Weltklimagipfels in Paris lassen sich nur bedingt durch politische Maßnahmen wie etwa die EU-Taxonomie realisieren. Denn die Realisierung von effektiven Nachhaltigkeitsmaßnahmen braucht das, was die Welt in Sachen Klimawandel nicht hat: Zeit. Vor allem, wenn in Unternehmen ganze Lieferketten umgestellt werden müssen oder sogar die Anpassungen des Geschäftsmodells hin zur Kreislaufwirtschaft erforderlich ist. Der Grund: Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse zutreffen und wir bereits um 2030 die 1,5°C-Marke überschreiten, sind die Folgen der globalen Erwärmung unumkehrbar.

Einen Beitrag können Unternehmen leisten, indem sie eigens verantwortete CO2-Emissionen mit dem Kauf von Klimaschutzzertifikaten kompensieren und damit weltweite Klimaprojekte finanzieren.

Was können Klimaschutzprojekte leisten?

Im Rahmen weltweiter Klimaschutzprojekte werden Treibhausgase effizient reduziert, vermieden oder aus der Atmosphäre entfernt. Vor allem in südlichen Ländern sind die Bedingungen (Sonne, Wind, Wasser) dafür oft besser als auf der Nordhalbkugel und das Einsparungspotential durch neue Technologien ist größer. Klimaschutzprojekte fördern aber nicht nur bspw. Windkraft, Wasserkraft, Solarenergie, Biogasanlagen oder Aufforstung etc. Sie schaffen auch Arbeitsplätze und verbessern die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort bzw. leisten einen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Um solche positiven Effekte zu messen, gelten die 17 Ziele der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung, die Sustainable Development Goals (SDGs) als weltweit anerkannter Maßstab.

CO2-Kompensation als Gütesiegel für klimaneutrale Unternehmen?

Wer in solche Klimaschutzprojekte investiert, kann sich das Gütesiegel „Klimaneutrales Unternehmen“ – als vermeintlich überzeugendes Zeichen der eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen sichern. Aber genau das gilt bei Kritikern der CO2-Kompensation als Problem. Denn wer keine oder zu wenige wirklich glaubwürdige und transparente Nachhaltigkeitsmaßnahmen unternimmt, gerät schnell in den Verdacht des Greenwashing. An erster Stelle sollte deshalb immer die Vermeidung und Reduktion von CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette stehen. Und nur die Treibhausgase, die sich partout nicht vermeiden oder reduzieren lassen, sollten durch den Kauf von Klimaschutzzertifikaten kompensiert werden. Denn die CO2-Kompensationen allein reicht bei Weitem nicht, um das globale Klimaproblem zu lösen.

Wie funktioniert die CO2-Kompensation?

Für Unternehmen gilt es zunächst, die eigene Klimawirksamkeit anhand ihres CO2-Fußabdruckes zu bestimmen, zu bewerten und im Rahmen ihres ESG-Reportings zu kommunizieren. Für diese – weltweit standardisierte – Erfassung der Emissionen haben sich die Empfehlungen des Greenhouse Gas Protocol Corporate Standard (GHG Protocol) etabliert.

Um die Komplexität zu reduzieren, wird die Wirkung der sieben wichtigsten Treibhausgase (neben Kohlenstoffdioxid sind das vor allem Methan und Lachgas) in Abhängigkeit von ihrer schädigenden Klimawirkung in CO2-Äquivalente umgerechnet. Das Ergebnis liefert ein CO2-Rechner. Auch für Privatpersonen ist die CO2-Kompensation möglich. Bei einer Flug-Fernreise (Hin- und Rückflug) fallen bspw. fünf Tonnen CO2- Äquivalenten (Äq) an. Das ist etwa so viel, wie der durchschnittliche Mensch durch den Verbrauch von Wärme und Strom, Mobilität, Konsumgüter und Ernährung pro Jahr verursacht. Der CO2-Preis beträgt pro Tonne aktuell 25 Euro. Danach wird er schrittweise auf bis zu 55 Euro im Jahr 2025 steigen. Aktuell beträgt der CO2-Ausgleich für Flüge einer Fernreise 125 € bei einem bspw. Ausstoß von 5 Tonnen CO2.

Wer bietet die CO2-Kompensation an?

Inzwischen gibt es unzählige Anbieter von CO2-Zertifikaten. Achten Sie beim Kauf auf bewährte Standards wie den Verified Carbon Standard (VCS) oder den Gold Standard. Zudem sollten Sie auch auf die Güte des ausgewählten Klimaschutzprojektes achten: Damit ein Projekt als international anerkannt klassifiziert wird und damit Emissionsgutschriften für die Kompensation von unvermeidbaren Treibhausgasemissionen generieren kann, muss es real, messbar, dauerhaft, einmalig, unabhängig geprüft und verifiziert sein.

Fazit

Die CO2-Kompensation sollte immer nur ein Aspekt Ihrer ganzheitlichen Klimastrategie sein, bei der die Reduktion Ihres CO2-Fußabdrucks im Vordergrund steht. Für die (noch) nicht vermeidbaren CO2-Emissionen, kann die CO2-Kompensation darüber hinaus ein wirksames Instrument für den globalen Klimaschutz sein.

Dr. Anja Konhäuser
Partner & Co-Founder

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