ESG-Greenwashing: Kritik und Lösungsansätze

Inhaltsverzeichnis

Greenwashing in Unternehmen

Leider versprechen manche Finanzdienstleister und Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit mehr als sie halten. Doch wie lässt sich solches ESG-Greenwashing erkennen, welche Regularien gibt es aktuell und worauf sollten Unternehmen achten, um Greenwashing zu vermeiden?

Nachhaltigkeit oder Greenwashing?

Der gesellschaftliche und politische Druck auf Unternehmen, sich mehr um Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu bemühen, wächst. Und so finden sich immer mehr Produkte und Dienstleistungen die als „klimaneutral“ oder „ESG-konform“ deklariert werden, ohne dies glaubwürdig zu belegen.

Die EU tut viel dafür, solches – unter der Bezeichnung Greenwashing bekannt gewordenes – Verhalten zu verhindern. Allen voran soll der gesamte europäische Finanzsektor bis 2030 glaubwürdig nachhaltig umgerüstet werden. Der neue Standard, nach dem die Nachhaltigkeit von Finanzprodukten offengelegt werden soll, ist seit März 2022 die EU Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR). So werden Finanzunternehmen verpflichtet, darüber zu informieren, auf welchen nachhaltigen ESG-Kriterien ihre Anlageprodukte basieren.

Wie lässt sich Greenwashing erkennen?

Doch wie stellen institutionelle und private Anleger fest, welche Unternehmen Greenwashing betreiben und welche Finanzprodukte stattdessen den ESG-Kriterien und damit den Umwelt-, Sozial- und Governance-Prinzipien entsprechen? Zu empfehlen ist folgende Vorgehensweise:

  • Vergleich der Portfoliostruktur bzw. der Fondsauswahl hinsichtlich ESG-Veränderungen
  • Nachfragen, wie tief die ESG-Kriterien im Anlageprozess verankert sind
  • Positive Auswirkungen der Geldanlage sowie des gesamten Unternehmens auf Gesellschaft und Umwelt prüfen. Eine nachhaltige Unternehmensführung kann ein guter Hinweis auf das Engagement für verwaltete Fonds sein. Auskunft erteilt der Nachhaltigkeitsbericht, zu dem Finanzdienstleister und immer mehr Unternehmen verpflichtet sind.
  • Orientierung bei der Auswahl von Finanzprodukten an den Empfehlungen der ESG- Ratingagentur. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass Ratingagenturen oft eigene Kriterien anwenden und so zu unterschiedlichen – und ggf. nicht vergleichbaren – Ergebnissen kommen.
  • Erkundigen, ob das Unternehmen eigene ESG Spezialisten beschäftigt oder die ESG- Aufgaben auslagert – und wenn ja, an wen.

Wie wird Greenwashing in Unternehmen bekämpft?

Irreführende Falschaussagen in Sachen Klimaneutralität oder Umweltfreundlichkeit, also ESG-Greenwashing, werden politisch, gesellschaftlich und immer öfter auch strafrechtlich geahndet. Greenwashing steht auch in Deutschland zunehmend im Fokus von Straf- und Aufsichtsbehörden. Die Vorwürfe können bis zum Kapitalanlagebetrug reichen.

Was tun als Unternehmen, um Greenwashing zu vermeiden?

Für Unternehmen ist es nicht leicht, zu wissen, was im Produkt- und Dienstleistungsmarketing bzgl. Nachhaltigkeitsaussagen erlaubt ist und was nicht. Denn es gibt bislang keine klaren und einheitlichen Regelungen für Begriffe wie „nachhaltig“, „grün“ oder „ESG-konform“.

Innerhalb Europas geben die verabschiedete Offenlegungs-Verordnung und die EU-Taxonomie eine gewisse Orientierung. So gilt bspw. eine Investition in eine wirtschaftliche Tätigkeit nach Art. 2 Nr. 17 der Offenlegungs-VO als nachhaltig „wenn sie einen Beitrag zur Verwirklichung eines Umwelt- oder sozialen Ziels leistet, dabei nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung eines oder mehrerer (anderer) Ziele führt, und die Unternehmen, in die investiert wird, Verfahrensweisen einer guten Unternehmensführung anwenden.“ (Quelle: BaFin). Die EU-Kommission will zudem durch eine Änderung der UGP-Richtlinie Greenwashing als unlautere Geschäftspraktik deklarieren.

Der Druck für Unternehmen wächst also, Werbeaussagen zur Nachhaltigkeit von Produkten und Dienstleitungen mit Tatsachen zu untermauern. Sonst drohen nicht nur Klagen von Umwelt- und Verbraucherverbänden, sondern auch ein enormer Imageschaden.

Eine durchdachte ESG-Compliance Richtlinie kann dazu beitragen, nicht leichtfertig mit Begriffen wie Nachhaltigkeit, Umwelt- oder Klimafreundlichkeit etc. umzugehen. Hilfreich kann auch die Zusammenarbeit mit ESG-Beratungsfirmen sein, die mittels eines – den aktuellen Anforderungen entsprechenden – ESG-Frameworks sicherstellen, dass der Verdacht von Greenwashing erst gar nicht aufkommt.

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